Strom in Deutschland
Woher der Strom gerade kommt, was er kostet und wie viel davon über die Grenzen fließt. Die Daten stammen von SMARD, der Strommarktdaten-Plattform der Bundesnetzagentur, von der Energie-Denkfabrik Ember, von Verivox und von Battery-Charts.
Erzeugung, Verbrauch & Batterien
Stromerzeugung nach Quelle im letzten vollständig gemeldeten 15-Minuten-Intervall, zusammen mit der Last. Der Anteil bezieht sich auf die Erzeugung, nicht auf den Verbrauch.
Stand: 03.11.2026, 05:15 Uhr
Unsere Batterien könnten Stromüberschüsse aufnehmen und Spitzen oder Tiefen abfedern. Doch langsamer Smart-Meter-Ausbau, wenig genutzte dynamische Tarife und komplizierte Regeln bremsen die Nutzung dieses Potenzials (siehe Gedankenspiel).
Am 27. März 2026 wurden wegen Verzögerungen beim Smart-Meter-Ausbau 77 Aufsichtsverfahren gegen Messstellenbetreiber eröffnet. Pressemitteilung der Bundesnetzagentur
Stand: 05:15 Uhr
Verlauf der letzten 24 Stunden
- Verbrauch
Die Farbflächen zeigen die Erzeugung nach Quelle, gestapelt zur Gesamterzeugung. Die rote gestrichelte Linie ist der Verbrauch (die Last). Liegt die Linie über den Flächen, verbraucht Deutschland in dieser Viertelstunde mehr Strom als es selbst erzeugt; die Differenz kommt per Import aus dem Ausland oder aus Speichern. Liegt sie darunter, wird der Überschuss exportiert oder eingespeichert.
Gedankenspiel: Überschuss in Batterien aufheben
Letzter Tag mit Stromüberschuss: Sonntag, 01.11.2026
An diesem Tag hat Deutschland zeitweise mehr Strom erzeugt, als es verbraucht hat. Hätten die Batterien in Elektroautos und Speichern diesen Überschuss aufgehoben, hätten sie danach von 12:30 bis 14:15 Uhr die ganze Lücke zum Verbrauch gedeckt. (Es wäre weniger bis gar kein Import nötig gewesen.)
- Verbrauch
- Überschuss in Batterien → später genutzt
Schraffiert ist der Teil des Überschusses, den die Batterien aufnehmen, und — am Ende eines Pfeils — wo derselbe Strom später die Lücke zum Verbrauch schließt.
Benötigte Batteriekapazität
›Anmerkungen
Quelle ist SMARD, die Strommarktdaten-Plattform der Bundesnetzagentur, die die Meldungen der Übertragungsnetzbetreiber innerhalb von etwa einer Stunde veröffentlicht. Nicht alle Reihen treffen gleichzeitig ein; gezeigt wird deshalb das jüngste Viertelstunden-Intervall, für das alle Erzeugungsarten und die Last vorliegen (05:15 Uhr), nicht der allerneueste Zeitstempel. Als erneuerbar zählen Solar, Wind, Wasserkraft, Biomasse und „Sonstige Erneuerbare“ (vor allem Geothermie sowie Deponie- und Klärgas); Pumpspeicher (Speicher, keine Primärenergie) und „Sonstige Konventionelle“ (u. a. Heizöl, Kokerei- und Gichtgas, Abfall) sind nicht enthalten. Quellen mit exakt 0 MW werden nicht dargestellt. Die Balken oben zeigen zwei verschiedene physikalische Größen: links Leistung in GW (wie schnell Strom gerade fließt), rechts Energie in GWh (wie viel eine Batterie fasst). Ein GWh-Wert ist deshalb nicht „größer“ als ein GW-Wert; vergleichbar werden sie erst über die Angabe, wie lange die Batterien die momentane Differenz zwischen Erzeugung und Verbrauch überbrücken könnten (GWh ÷ GW). Diese Differenz ist mal ein Überschuss, mal eine Unterdeckung — die Batterien könnten beides ausgleichen, deshalb zählt ihr Betrag. Sie wird im Tagesverlauf zeitweise sehr klein; Werte über 99 h werden daher als „> 99 h“ ausgewiesen. Alle Balken sind an der Last als 100 % skaliert. Die Batteriezahlen stammen von Battery-Charts (ISEA und PGS, RWTH Aachen) und beruhen auf dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur; Stand 10/2026. Sie beschreiben installierte Kapazität, nicht den aktuellen Ladezustand: wie viel davon gerade tatsächlich verfügbar ist, veröffentlicht keine dieser Quellen.Gedankenspiel: rein theoretisch. Die Batterien laden, sobald die Erzeugung über dem Verbrauch liegt, und geben den Strom in den nächsten Viertelstunden mit Unterdeckung wieder ab, bis sie leer sind — nur vorwärts in der Zeit. Gezeigt wird der letzte vollständig gemeldete Kalendertag mit Überschuss, bis zu drei Wochen zurück. Angenommen ist, dass die gesamte Batteriekapazität bereitsteht, die in Deutschland schon eingebaut und bezahlt ist, und dass sie zu Beginn leer ist. In Wirklichkeit sind Autos unterwegs oder nicht eingesteckt, Akkus sind nie ganz leer oder ganz voll, beim Laden geht Energie verloren, und die Ladeleistung ist begrenzt. Wind und Sonne liegen in beiden Verläufen oben, weil sie mit dem Wetter schwanken und den Überschuss entstehen lassen; welches Kraftwerk welchen Strom „erzeugt“, lässt sich im Netz nicht unterscheiden. Dieses Gedankenspiel zeigt, was bereits vorhanden ist und teilweise heute schon genutzt werden könnte.
Prognose für Wind und Solar
Wie viel Strom Wind und Sonne voraussichtlich liefern, nach der Day-Ahead-Prognose der Übertragungsnetzbetreiber. Daneben die tatsächlich gemessene Erzeugung und der prognostizierte Verbrauch.
Prognose bis 03.11.2026, 23:45 Uhr
Wind und Solar heute
485GWh
Wind 373 GWh · Solar 112 GWh
Höchstwert heute
34,5GW
um 12:00 Uhr
Anteil am Verbrauch heute
35,0 %
Wind und Solar am prognostizierten Verbrauch
Prognose und tatsächliche Erzeugung
- Wind auf See
- Wind an Land
- Solar
- Tatsächlich gemessen
- Verbrauch (Prognose)
Die Farbflächen sind die Prognose, gestapelt nach Quelle. Die rote Linie ist nicht ihre Summe, sondern die tatsächlich gemessene Erzeugung aus Wind und Solar; wo sie von der Oberkante der Flächen abweicht, lag die Prognose daneben. Die gestrichelte Linie ist der prognostizierte Verbrauch.
›Anmerkungen
Die Prognosen stammen von den vier Übertragungsnetzbetreibern und werden über die ENTSO-E-Transparenzplattform von der Bundesnetzagentur auf SMARD.de veröffentlicht (CC BY 4.0); es ist keine eigene Berechnung. Die Prognose für den Folgetag erscheint am Vortag, spätestens um 18 Uhr; bis dahin endet die Kurve um Mitternacht und die Kennzahlen beziehen sich auf heute. Prognosen nach Quelle gibt es nur für Wind und Solar. Wasserkraft und Biomasse fehlen deshalb, und der Anteil am Verbrauch liegt niedriger als der erneuerbare Anteil im Abschnitt Erzeugung, der sich zudem auf die Erzeugung bezieht. Die tatsächliche Erzeugung wird mit etwa einer Stunde Verzögerung gemeldet.
Import & Export
Physikalische Stromflüsse über die Grenzkuppelstellen. Ein Pfeil nach innen bedeutet Import nach Deutschland, ein Pfeil nach außen Export.
Stand: 03.11.2026, 05:30 Uhr
Import
9.522 MW
Summe aller Zuflüsse
Export
5.289 MW
Summe aller Abflüsse
Saldo
−4.233 MW
Deutschland importiert netto
Nach Grenze
- Niederlande−3.277 MW
- Frankreich−2.598 MW
- Polen+1.607 MW
- Österreich+1.576 MW
- Dänemark−1.456 MW
- Norwegen−1.258 MW
- Belgien−935 MW
- Tschechien+932 MW
- Schweiz+587 MW
- Luxemburg+392 MW
- Schweden+195 MW
Positive Werte bedeuten Export aus Deutschland, negative Import.
›Anmerkungen
Gezeigt werden physikalische Flüsse, also der Strom, der tatsächlich über die Leitungen fließt, nicht die kommerziellen Handelsfahrpläne, die davon abweichen können. Quelle ist SMARD, die Strommarktdaten-Plattform der Bundesnetzagentur, die die Meldungen der Übertragungsnetzbetreiber innerhalb von etwa einer Stunde veröffentlicht. Gezeigt wird das jüngste Viertelstunden-Intervall, für das alle regelmäßig meldenden Grenzen vorliegen; eine Grenze, die seit Stunden nicht gemeldet hat, erscheint als „—“. Norwegen und Schweden grenzen nicht an Deutschland; sie sind über die Seekabel NordLink und Baltic Cable angebunden und deshalb enthalten.
Haushaltsstrompreis
Was Haushalte pro Kilowattstunde zahlen, einschließlich Netzentgelten, Umlagen, Steuern und der Marge des Versorgers. Bei einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh.
Stand: Oktober 2026
Bei Anbieterwechsel
31,02 ct/kWh
Durchschnitt der Neukundentarife · Tageswerte bis 18.10.2026
Durchschnitt aller Haushalte
34,36 ct/kWh
einschließlich Altverträgen
Ersparnis durch Anbieterwechsel
3,34 ct/kWh
rund 134 € im Jahr bei 4.000 kWh
Monatswerte seit 2021
Der Wechselpreis liegt +20,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat.
›Anmerkungen
Quelle: Verivox, Verivox-Strompreisindex, Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch. „Bei Anbieterwechsel“ ist der Durchschnitt der Tarife, die Neukundinnen und Neukunden aktuell abschließen können; „Durchschnitt aller Haushalte“ schließt bestehende Verträge und die Grundversorgung ein, die in der Regel teurer sind. Die Differenz zwischen beiden Linien ist der Betrag, den ein Wechsel spart. Der Wechselpreis ist das Monatsmittel eines von Verivox täglich veröffentlichten Werts; der laufende Monat ist entsprechend ein Mittel der bisherigen Tage. Der Jahresbetrag ist gerundet und gilt für 4.000 kWh Jahresverbrauch. Der Börsenpreis im nächsten Abschnitt ist eine andere Größe und liegt erheblich niedriger, weil er keine Netzentgelte, Abgaben und Steuern enthält.
Börsenstrompreis
Der Großhandelspreis im Day-Ahead-Handel für die Gebotszone DE-LU: der Preis, zu dem Strom an der Börse gehandelt wird. Er enthält weder Netzentgelte noch Umlagen, Steuern oder die Marge des Versorgers und liegt deshalb deutlich unter dem Haushaltspreis im vorigen Abschnitt.
Preise bis 03.11.2026, 23:00 Uhr
Aktuelle Stunde
256,37 €/MWh
Mittel 30 Tage
173,48 €/MWh
Höchstes Tagesmittel
699,44 €/MWh
am 26.08.2022
Heute im Stundenverlauf
Günstigste 3 Stunden: 00:00–03:00 ⌀ 224,29 €/MWh
Teuerste 3 Stunden: 17:00–20:00 ⌀ 306,75 €/MWh
Börsenstrompreis im Wochenmittel seit Februar 2022
Höchstes Wochenmittel der Reihe: 585,92 €/MWh in der Woche vom 22.08. bis 28.08.2022, dem Höhepunkt der Gaspreiskrise. Ziehen Sie den Regler oder scrollen Sie im Diagramm, um einen Zeitraum zu vergrößern.
›Anmerkungen
Angaben in Euro pro Megawattstunde (€/MWh); 100 €/MWh entsprechen 10 Cent je Kilowattstunde. Die Werte im Stundendiagramm sind Mittelwerte der vier Viertelstundenprodukte: seit der Umstellung auf viertelstündliche Marktzeiteinheiten veröffentlicht die Börse 96 statt 24 Preise pro Tag. Negative Preise sind möglich und real, sie treten auf, wenn viel Wind- und Solarstrom auf geringe Nachfrage trifft. Gaspreise, CO₂-Zertifikate und Netzentgelte sind nicht Teil dieser Datenquelle und werden hier bewusst nicht gezeigt.
Anteil Erneuerbarer im Ländervergleich
Erneuerbarer Anteil an der Stromerzeugung jedes Landes: der Balken ist der Anteil über die letzten zwölf Monate, für die Daten vorliegen, der Punkt der jüngste dieser Monate.
Stand: Mai 2026 – Juni 2026
›Anmerkungen
Quelle: Ember, Monthly Electricity Data, Lizenz CC BY 4.0. Bezugsgröße ist die Erzeugung im Land, Stromimporte und -exporte sind nicht berücksichtigt: Ein Land, das viel Strom einführt, verbraucht nicht unbedingt so erneuerbaren Strom, wie seine Erzeugung zeigt. Als erneuerbar zählen Wasserkraft, Wind, Solar, Bioenergie und sonstige Erneuerbare. Der Anteil ist die erneuerbare Erzeugung geteilt durch die gesamte Erzeugung des Zeitraums, erzeugungsstarke Monate zählen also mehr; für einen einzelnen Monat ist er genau der von Ember veröffentlichte Wert. Zwölf Monate statt „seit Jahresbeginn“, damit jede Jahreszeit einmal enthalten ist und die Länder an jedem Datum vergleichbar bleiben. Für Deutschland umfasst der Zeitraum Juli 2025 – Juni 2026. Ember veröffentlicht Monatsdaten mit einigen Monaten Verzögerung und nicht für alle Länder gleich schnell; der Zeitraum jedes Landes steht im Tooltip seines Balkens.
